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Zwei Monate kein Ucker-Ei… Reaktion zur Berichterstattung im Nordkurier

Es mangelt an der notwendigen journalistischen Objektivität. Wir gehen davon aus, dass der im Artikel kritisierende BUND nicht um eine Stellungnahme gebeten wurde. Aber er wird verspottet in dem Satz „Dank des unerbittlichen Widerstandes des BUND steht der Rohbau heute als Investruine.“ . Bedauerlich ist aus unserer Sicht, dass offenbar sowohl die Autorin, als auch Frau Mittelstädt die Gründe für den örtlichen und überörtlichen Widerstand gegen solche Ställe ignoriert, stattdessen wird behauptet: „Die Einheimischen weiß die ganze Familie Mittelstädt hinter sich, …“ – eine wahrlich unüberlegte Behauptung bei der Stärke des Widerstands gegen diesen – und auch andere – Ställe, der auch von  „Einheimischen“ vorangetrieben wird. Überhaupt: wer sind „Einheimische“.
Über die PK des gemeinsamen Bündnis gegen Massentierhaltungsanlagen für Freilandhennen, in der im Januar in Potsdam über wesentliche Probleme solcher Freiland-Anlagen ausführlich debattiert wurde,  hatte die eingeladene Redaktion offenbar nicht berichtet. ( https://www.bund-brandenburg.de/themen/massentierhaltung/freiland-legehennenanlagen-eine-bedrohung-fuer-das-grundwasser/
Diese von Frau Mittelstädt betriebene Haltungsweise ist eine schwierige – für ganz Brandenburg, das stimmt: ca. 40.000 Hennen auf ca. 16 ha geht eben nicht, das war schon vorher klar. In der Freilandhaltung von Bio-Hennen in Brandenburg sieht es übrigens ganz ähnlich aus – Brandenburg ist das Bundesland in dem ca. 90 % aller Biohennen in Ställen mit mehr als 3.000 Tieren gehalten werden – etliche Medien berichteten von den brandenburgischen Zuständen (z.B.  https://www.morgenpost.de/brandenburg/article213194385/Fast-alle-regionalen-Bio-Eier-stammen-aus-Massentierhaltung.html ) – erlaubt sind in Europa max. 3.000 in einem Stall und nicht etwa in einem Stallabteil (siehe. Pkt. 11 a )  https://ec.europa.eu/agriculture/sites/agriculture/files/committees/organic/summary-record-13-14-03-18.pdf
Was aus dem Artikel nicht klar wurde, ist der Umstand,  ob denn nun in Zollchow eine Mauser durchgeführt oder nicht – nach sechs Wochen Mauser können die selben Hennen ressourcenschonend weiterhin Höchstleistungen vollbringen – wie das z.B. bei Landkost und seinen Brüderchen-Schwesterchen Eiern Usus ist https://www.landkost-ei.de/de/sortiment/bruederchen-schwesterchen  – oder werden die Hennen in Zollchow einfach bei einsetzender Mauser, wie bisher leider oft üblich, abgeschafft?
Apropos Brüderchen – wie steht es damit in der Uckermark?
Ordentliche Hühnerhaltungen in der Uckermark, durchaus auch Mobilställe, wären ein wahres Konjunktur- und Beschäftigungsprogramm für diesen schönen Landstrich – sozial und naturverträglich.

Stoppt den Megastall: 1.7.2018 Fahrradtour mit dem BUND

Am Sonntag, den 1. Juli, wird der BUND im Rahmen der Kampagne „Stoppt den Megastall“ eine 50 km lange Fahrradtour mit ca. 20 TeilnehmerInnen zu den geplanten Massen-Tierhaltungsanlagen (-erweiterungen) in Haßleben, Groß Sperrenwalde und Zollchow unternehmen, um die Eingriffe in die Natur erFAHRbar zu machen. Zu Wort kommen werden auch die engagierten Bürgerinitiativen Vorort, die sich gegen den (Aus-)Bau von Megaställen zur Wehr setzen.

Um 11.30 Uhr:  Presse-Fototermin vor der Massen-Tierhaltungsanlage in Zollchow. Dort besteht bereits eine genehmigte Anlage – gegen die geplante Erweiterung auf 80.000 Tiere setzt sich unsere BI Contra Industrieei Uckerseen zur Wehr. Es werden gute Fotomotive mit den TeilnehmerInnen der Fahrradtour vor der Anlage möglich sein. Mit den OrganisatorInnen der Tour als auch den TeilnehmerInnen kann man gerne Interviews führen.

Kontakt Saskia Machen ( 0331- 70399713, mobil unter: 017696993630): bund.brandenburg@bund.net

 

Leere Landschaft, ein Beitrag

Einst lag bei Sonnenschein oft eine Ringelnatter auf den warmen Backsteinstufen vor der Haustür. Einst belohnte der schillernde Eisvogel den frühmorgendlichen Schwimmer am See. Flusskrebse im Wasser erschreckten die Kinder. Einst wand sich einen kopfsteingepflasterte Straße den Hügel hinauf, vorbei an morschen Kopfweiden und endlosen Wiesen, über denen Milane kreisten, diese kühnen Flugkünstler, und Lärchen trällerten. Einst summten Bienen in Apfelbäumen und Linden, leuchteten die Felder im Mai rot vom Mohn und die Wegesränder blau von den Kornblumen, hüpften Frösche dem Storch in den Schnabel. Einst bogen sich Straßenbäume unter Äpfeln und Birnen und luden zum Sammeln und Mosten ein.

Einst, und das ist erst ein paar Jahre her, lag vor den Toren Berlins ein unfassbar reiches Paradies.

Als Erstes kamen die Straßenbauer und räumten die unordentlichen Weiden weg mitsamt der Holperpiste, die ihnen zu romantisch erschien. Dann kam der Mais, der plötzlich auf jeder Wiese stand. Und der Dünger, den der Mais braucht, um auf den sandigen Hügeln zu wachsen. Und der Unkrautvernichter, der selbst am Wegesrand kein Blümchen verschont. Und der Pflug, der Wege wegpflügt. Und die Hühnerställe, Rinderställe, Schweineställe. Und mit den Ställen die Gülle, die auf die Felder muss und in den Seen und im Grundwasser landet. Und die neuen Algen, die jetzt im trüben Seewasser wachsen, schaumige, schleimige, giftgrüne Algen.

Flusskrebse gibt es hier nicht mehr. Der Himmel ist vogelfrei. Das Grundwasser sinkt, die Sölle trocknen aus, Frösche und Rotbauchunken verschwinden, Nitrat und Phosphat im Wasser steigen. Die Apfelbäume tragen keine Äpfel, die Birnbäume keine Birnen. Zuviel Frost, zu wenig Bienen, zu wenig Hummeln, zu wenig Schmetterlinge. Insekten fehlen den Vögeln als Nahrung.

Die schöne Kulisse steht noch. Aber sie ist leer. Entsetzlich leer.

Uta v. Arnim, Pinnow, November 2017

Siehe hierzu auch der Artikel „Tödliche Stille“ in der Süddeutschen Zeitung vom 11. November 2017

Knips den Megastall!

Knips den Megastall! Mit diesem Motto ruft die Kampagne “Stoppt den Megastall!” des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg einen landesweiten Fotowettbewerb aus. Das Aktionsbündnis hatte die Kampagne im Sommer 2016 nach dem erfolgreichen Volksbegehren gegen Massentierhaltung initiiert, um die langjährigen Einwendungs-, Widerspruchs und Klageverfahren gegen die Massentierhaltungsanlagen wie Haßleben und Tornitz besser koordinieren zu können. Nun startet die Kampagne eine eigene Internetseite mit einem Fotowettbewerb. Alle Informationen gibt es hier!
#stopptdenmegastall