Archiv der Kategorie: Presse

Millionen mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier

….sind nach Deutschland gelangt. Immer mehr Bundesländer sind betroffen. Wie kam das Gift in die Eier? Und welche Wirkungen hat es? Antworten auf die wichtigsten Fragen. http://www.sueddeutsche.de/panorama/lebensmittel-eier-skandal-was-verbraucher-jetzt-wissen-muessen-1.3614929

 

Pressemitteilung Bedenken gegen Legehennenanlage Zollchow II vorgetragen

In Prenzlau, Ortsteil Seelübbe fand am 13. Dezember 2016 der Erörterungstermin zum Antrag, in Zollchow, Gemeinde Nordwestuckermark eine weitere Legehennenanlage mit 39.990 Tierplätzen zu genehmigen, statt. An der Erörterung nahmen etwa 30 EinwenderInnen und Interessierte teil. Vor Beginn der Erörterung hatten sie mit einer Kundgebung vor dem „Dörphus“ vom Landesamt für Umwelt gefordert, keine weitere Massentierhaltungsanlage zu genehmigen. Neben Anwohnern hatte auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seine Ablehnung des Vorhabens erklärt.

Jens-Martin Rode, Kampagnenleiter des Teams „Stoppt den Megastall“: „Die Antragstellerin verfügt nach unserer Kenntnis nicht über ausreichend Ackerland, um die Tiere mindestens zur Hälfte mit eigenem Futter zu versorgen. Daher ist die Anlage ohne Bebauungsplan nicht genehmigungsfähig.“

Zudem würde die Stickstoffbelastungen aus der Anlage wertvolle Biotope, angrenzende nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützte Gebiete und die Rotbauchunke als bedrohte Amphibienart beeinträchtigen.“

Rechtsanwalt Tim Stähle, der den BUND und die Betroffenen im Verfahren vertritt: „Die vorgesehenen Maßnahmen zum Ausgleich der erheblichen Eingriffe in Natur und Landschaft reichen nicht aus.“

Insgesamt hatte es im Genehmigungsverfahren 83 Einwendungen gegeben, die in Anwesenheit von Vertretern des Landesamtes für Umwelt, des Landkreises Uckermark und der Antragstellerin sechs Stunden lang diskutiert wurden. Eine Entscheidung wird im nächsten Jahr erwartet.

Um Bürgerinitiativen in ihrem Widerstand gegen Massentierhaltung zu unterstützen hat das Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg auf Initiative des BUND Brandenburg im Sommer 2016 die Kampagne “Stoppt den Megastall!” gestartet. Die Kampagne hat zum Ziel, Bürgerinitiativen gegen Massentierhaltungsanlagen effektiv zu vernetzen und den Einzelfall landesweit bekannt zu machen. Dazu nutzt die Kampagne die durch das Volksbegehren sensibilisierte Öffentlichkeit. Die Kampagnenarbeit wird unterstützt von der Bewegungsstiftung.

Kontakt:
“Stoppt den Megastall!”
Eine Kampagne des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg
℅ BUND Brandenburg
Friedrich-Ebert-Straße 114a
14467 Potsdam

Kampagnenleitung: Jens-Martin Rode
Tel. 0331-237 00 141
bund.brandenburg(a)bund.net

Nächste Runde am Uckersee: noch mehr Tiere sollen schuften

Betreiber stellt erneuten Bauantrag für Erweiterung auf 80.000 Legehennen
Am 2. August machte das Landesamt für Umwelt in Brandenburg bekannt, dass die Betreiber der geplanten Legehennenanlage “Zollchow II” am Uckersee erneut einen Genehmigungsantrag gestellt haben. Vorausgegangen ist dem ein Rechtsstreit, in dem es dem BUND zusammen mit der Bürgerinitiative “Contra Industrie-Ei Uckerseen” gelungen ist, die Erweiterung der Anlage auf ca. 80.000 Tiere zu verhindern. Da der Bau für zusätzlich 39.990 Tiere sowohl räumlich, als auch gesellschaftsrechtlich eng mit der nahe gelegenen Anlage “Zollchow I” verflochten ist, hatte der Umweltverband eine fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung beklagt. Diese will der Betreiber nun nachholen.

Zurück auf Los im Hennen-Rennen
Die Betreiber wollen nicht aufgeben: Um eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu umgehen, kam die Ucker Ei GmbH zunächst auf einen einfachen Trick: Die Legehennenalage für 80.000 Tiere sollte einfach in zwei Teile geteilt und zeitversetzt wenige hundert Meter von einander entfernt gebaut werden. Für den Bauantrag wurde zudem eine zweite Firma auf den Namen der Ehefrau eingetragen. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist ab 60.000 Legehennen in einer Anlage eigentlich Pflicht. Für 2×40.000 nach diesem Modell aber nicht. Doch das Landesumweltamt ist dieser Auffassung nicht gefolgt und hatte auf Widerspruch von BUND und Bürgerinitiative hin die Baugenehmigung für “Zollchow II” wieder aufgehoben.

Nun haben die Betreiber einen neuen Genehmigungsantrag gestellt. Dieses Mal mit UVP. Nun drängt die Zeit, denn die Betreiber wähnen sich gut vorbereitet. Untersuchungen zur Prüfung der Umweltverträglichkeit, insbesondere Angaben zur Geruchsbelastung, zum Stickstoffeintrag, zur Belastung durch Keime, zum Arten- und Gewässerschutz und zur Beeinträchtigung von Naturschutzgebieten, sowie mögliche Ausgleichsmaßnahmen scheinen schon fertig gestellt zu sein. Umweltverband und Bürgerinitiative müssen sich gut vorbereiten, denn bereits vom 10.08. – 09.09.2016 liegt der Genehmigungsantrag im Ordnungsamt der Gemeinde Nordwestuckermark öffentlich aus.
Nur noch bis einschließlich 23.09.2016 haben dann die Gegner der Massentierhaltungsanlage Zeit, fachlich gut begründete Einwendungen einzureichen. Danach kommt es am 13. Dezember in Prenzlau zum Erörterungstermin.

Bitte spenden: Viele tausend Legehennen brauchen Ihre Unterstützung!

Gegen Massentierhaltung spricht vieles: Zwar könnte auf den Packungen der Eier vom Uckersee “Freiland” oder sogar “Bio” stehen. Doch eine echte Agrarwende ist das nicht. Statt innovativer Haltungsformen, wie mobiler Hühnerställe oder der Wiedereinführung alter Haushuhnrassen als “Zweinutzungshuhn” schuften hier bald 80.000 hochgezüchtete Hybridhennen als schnelle Brüter im Akkord. 300 Eier pro Jahr und Henne sind keine Seltenheit. Das ist nicht nur ein Problem für die Gesundheit der Tiere. Bei 80.000 Hühnern bedeutet das eine Belastung wertvoller Naturlandschaften durch Keime und Immissionen. Das Gelände durchschneidet zudem die Wanderwege geschützter Reptilienarten wie der Rotbauchunke.

Unterstützen Sie den Widerstand gegen die Legehennenanlage “Zollchow II” mit einer Spende! Denn Einwendungen gegen die Bauanträge benötigen nicht nur Expertise, sondern auch Geld. Bürgerinitiative und Umweltverband müssen sich durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen. Ein Verfahren kostet schnell mehrere Tausend Euro.

Jeder Euro hilft Massentierhaltung in Brandenburg zu stoppen. Vielen Dank!

Und nun Oranienburg

In und bei Zehlendorf soll eine Legehennenanlagen mit insgesamt 84.000 Tieren entstehen, wohl ohne Umweltverträglichkeitsbescheinigung und Einbeziehung der Gemeinde. Die betroffenen Anrainer sind gut organisiert und aktiv. Gab es nicht mal das erfolgreiche Volksbegehren gegen Massentierhaltung?

 

 

Keine Megaställe: Landtag entscheidet am 19. April 2016

Wichtiger Termin: „Ein eventueller Volksentscheid über die Forderungen des Brandenburger Volksbegehrens gegen Massentierhaltung soll noch vor Beginn der Sommerferien am 17. Juli laufen. Daher werde der Landtag am 19. April in einer Sondersitzung darüber entscheiden, ob riesige Mastanlagen für Geflügel und Schweine weiterhin mit Steuergeldern gefördert werden, beschloss das Präsidium am Mittwoch in Potsdam….“  dpa und  taz vom 3.3.2016