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Aktivisten gegen Eierfabriken: gemeinsame Erklärung

Gemeinsame Erklärung:

Vertreter der Bürgerinitiativen EselshüttContra Eierfabrik Oranienburg, BI gegen Asphalthennen Ziesar, BI Löpten und unsere haben beim ersten Brandenburgischen Legehennen-Symposium am 1. Juni 2018 in 17268 Warthe / Uckermark beschlossen, in gemeinsamer Aktion juristische Schritte gegen die Genehmigungspraxis des LfU Brandenburg für die industrielle Produktionskette der Eierproduktion von Junghennen bis zum Schlachthof zu unternehmen.

Als besonders problematisch und damit auch als nicht genehmigungsfähig sehen wir bei großen Freiland-Legehennenanlagen die massive Überfrachtung des stallnahen Teils des Auslaufbereiches durch Hühnerkot. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass die Tiere fast nur diesen Teil des Auslaufes nutzen. Der dort in großen Mengen abgesetzte Stickstoff aus dem Kot kann vom schnell zertretenen Bewuchs nicht aufgenommen werden und gelangt so durch Auswaschung in Richtung Grundwasser. Dies stellt eine Gefährdung des Grundwassers dar und schließt daher die Genehmigungsfähigkeit dieser Haltungssysteme aus.

Nordkurier: https://www.nordkurier.de/prenzlau/aktivisten-gegen-eierfabriken-schliessen-pakt-0232205306.html

Die Uckermark auf der Berlinale

Nach seinem ersten Film über das Leben auf dem brandenburgischen Land („Uckermark“, 2003) hat der Filmregisseur Volker Koepp ein zweites Mal die Uckermark portraitiert: „Landstück“ handelt vom Leben der Menschen in der dünnbesiedelten Gegend Uckermark und deren Entwicklung seit der deutschen Wiedervereinigung. Naturschutzgebiete sind entstanden und bäuerliche Familienbetriebe haben sich auf ökologischen Anbau umgestellt. Doch die globale Gier nach Land hat auch den Norden Brandenburgs erreicht, ortsfremde Großinvestoren haben große Flächen erworben. Monokulturen, Windräder, Tiermastbetriebe und Biogasanlagen verändern das Landschaftsbild.  Mehr Informationen finden sich hier.

Der Film läuft ab 15. Februar in der Sektion Forum der 66. Berlinale:
Montag, 15. Februar 11.15 Uhr CinemaxX 6 (Presse)
Mittwoch, 17. Februar 18.45 Uhr Delphi (Premiere)
Donnerstag, 18. Februar 19.30 Uhr CinemaxX 4
Samstag, 20 Februar 12.00 Uhr Arsenal 1
Sonntag, 21. Februar 16.30 Uhr Akademie der Künste, Hanseatenweg

Am 3. März startet der Film bundesweit in den Kinos.

Aktion der BI Am Mellensee

Die Bürgerinitiative Am Mellensee „Keine Massentierhaltung und deren Auswirkungen“ veranstaltete am 30. Mai 2015 das 1. Treffen aller Bürgerinitiativen Brandenburgs gegen Massentierhaltung.

Treffen aller BI's in Mellensee Wir zitieren Ausschnitte aus ihrer Pressemitteilung: „Auf Initiative der BI Am Mellensee trafen sich am 30. Mai 2015 Brandenburger Bürgerinnen und Bürger, die sich in Initiativen organisiert haben und sich unter anderem für ökologischen Landbau, für kleine Bauernhöfe und gegen die negativen Auswirkungen der Agrarindustrie und der Massentierhaltung auf Lebewesen und Pflanzen einsetzen. Anwesend waren auch Priv. Doz. Dr. Werner Kratz, 2. Vorsitzender und Landesvorstand des NABU Brandenburg und von Renate Seidel, Vizepräsidentin  vom Deutschen Tierschutzbund e.V. , die Vorträge hielten.

Als Gründungsmitglied des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg stellte die BI Am Mellensee fest, dass alle anderen BI’s sehr ähnliche Erfahrungen im Wettlauf gegen die agrarindustriellen Großbetriebe und die daran angeschlossenen Landwirtschaftsbetriebe machen und ihre Belange und Forderungen von der Politik nicht ernst genommen werden. Das bevorstehende Volksbegehren gegen Massentierhaltung in Brandenburg wird von allen BI’s unterstützt. Denn sie alle verfolgen die gleichen Ziele: Erhalt einer lebendigen Umwelt, keine Verseuchung der Böden und des Wassers, kein Artensterben von Pflanzen und Tieren, wie es bereits in Teilen in der Uckermark beobachtet wird, sowie keine industriellen Agrarriesen, denen der schnellstmögliche und maximale finanzielle Gewinn auf Kosten von Mensch und Umwelt lohnend scheint. (…)
Wir Bürgerinitiativen finden es ist bereits 5 nach 12 und höchste Zeit zur Umkehr!“

Kontakt der BI Am Mellensee „Keine Massentierhaltung und deren Auswirkungen“:
Marianne Frey, Sprecherin, Tel. 03377 – 30 30 31
E-Mail: frey@boss-frey.de
Michael Röske, Sprecher: Tel. 0337703 – 159 713
E-Mail: roeske.micha@gmail.com
Christine Barthel, Sprecherin, Tel. 033703 – 71996
E-Mail: barthelc@t-online.de

Neulich auf Uckermark-TV

… bei „Zu Gast auf Dollshof“ eine gesäuselte Rede von Hanka Mittelstädt, die künftig mit ihrem Bruder die beiden Legehennenanlagen „Ucker Ei GmbH“ und „Ucker Zwei GmbH“ betreiben will: Heuchelei zum Thema Tierwohl (Tierveredelung), Schaffung von Arbeitsplätzen (3), Zurückkommen der Kinder an den elterlichen Hof, Einhaltung von Gesetzen sowie das unabhängige Betreiben der Anlagen (auf dem Bild sieht man, dass das nicht stimmt: es gibt zum Beispiel einen gemeinsamen Zufahrtsweg und beide Anlagen hängen an einer Wasserleitung).

Flurkarte mit Wasserleitung

Keines der Argumente steht in einem Verhältnis zur erfolgten Umweltzerstörung (Nichtbeachtung des Artenschutzes) und Abwertung der Region als Tourismus- und Naherholungsgebiet, woran mehr als drei Arbeitsplätze hängen und die Zukunft nachfolgender Generationen.

Diese Betreiberfamilie besteht aus Landwirten, sie agieren aber eher im Sinne industrieller Großerzeuger. Die Tiere (39.900 in einem Stall) sind ohne den Menschen nicht lebensfähig und als Massenware kein Produkt der Natur. Der Transport an Tierfutter, Tierkadavern, neuen Tieren, Tierexkrementen, Tierprodukten hin und zurück vom Stall zum jeweiligen Produzenten und Zwischenhändler ist nur mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Die Stickstoffeinträge in die Landschaft sind mit schwerstwiegenden Folgen verbunden. Das alles sind Gründe, weswegen Massentierhaltung beispielsweise in Niedersachsen und auch in Holland zunehmend unpopulär wird.

Wir finden, dass nachhaltiges Handeln anders aussieht und wirtschaftliche Interessen nicht auf Kosten von Tieren und Umwelt durchgesetzt werden dürfen.

Matthias v. Golaszewski, Barbara Schindler

Informationen in eigener Sache // Stand der Dinge

Zollchow Zäune (c)Dirk Preuss
Zäune um Zollchow (c)Dirk Preuss

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von zwei SPD-Landtagsabgeordneten, einem SPD-Bundestagsabgeordneten, einem Vertreter des Bauernverbands und den Betreibern der geplanten Legehennenanlagen in Zollchow (siehe Bericht von Andreas Böttcher) wurden am 19. Dezember 2014 schwere Vorwürfe gegen Mitglieder unserer Bürgerinitiative erhoben. Wir sind über die Unverfrorenheit erschüttert, mit der von einer angeblich von Gewalttaten betroffenen Nachbarin haltlose Behauptungen öffentlich verkündet wurden. Wir verstehen nicht, wie es die anwesenden Politiker und Funktionsträger verantworten können, eine Pressekonferenz als Forum der Verkündung solcher gänzlich ungeprüften und zudem falschen Behauptungen zu benutzen und die Bürgerinitiative über die Veranstaltung weder zu informieren, noch diese zu dem Thema anzuhören oder gar einzuladen.

Dieser Vorfall und die – angesichts der Anwesenheit der geballten staatlichen Autoritäten schon fast entschuldbare – ungeprüfte Übernahme der verleumderischen Behauptungen durch die anwesende Presse hat uns sehr schockiert: Die Märkische Oderzeitung titelte am nächsten Tag „Bauern angegriffen“ und der Uckermark-Kurier berichtete darüber unter dem Titel „Streit um Legehennenanlagen eskaliert“. Diese Vorgehensweise macht uns sehr traurig. Wir fühlen uns durch die Kampagne zu Unrecht verfolgt und möchten an dieser Stelle nochmals versichern: unsere Bürgerinitiative wendet sich nicht gegen eine Landwirtsfamilie, sondern gegen die fehlerhafte Erteilung von Genehmigungen für Intensivtierhaltung durch das LUGV Brandenburg, gegen die Vernichtung von Arbeitsplätzen auf dem Gebiet des sanften Tourismus und allenfalls gegen eine Vereinnahmung der heimischen bäuerlichen Landwirtschaft durch auswärtige Investoren.
Darüber hinaus stellen sich uns folgende Fragen: ist ein Betrieb mit – nach eigenen Angaben 500 Hektar Land und damit ohnehin Empfänger von jährlichen Fördermitteln von mindestens EUR 125.000,- – auf den zusätzlichen Betrieb einer Massentierhaltung angewiesen? Werden durch die Inbetriebnahme dieser weitgehend vollautomatisierten Anlagen nicht mehr Arbeitsplätze im Umfeld vernichtet als im Bereich der weitgehend vollautomatisierten Anlage geschaffen? Dürfen sich betroffene BürgerInnen und AnwohnerInnen nicht für den Erhalt Ihres Umfelds einsetzen?

Unsere Bürgerinitiative ist mit der Meinung, dass die Genehmigungen widerrechtlich erteilt wurden, offenbar nicht allein. Der BUND Brandenburg hat aufgrund der zahlreichen umweltrechtlichen Einwände noch im Dezember beim Verwaltungsgericht Potsdam Klage gegen die Massentierhaltungsanlage in Zollchow II eingelegt. Auch zahlreiche Tourismus-VertreterInnen und Die Grünen (Nordkurier, 7.1.2015) haben sich öffentlich gegen die Genehmigungen ausgesprochen.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis: am Samstag, 17. Januar 2015 findet eine Großdemonstration „Wir haben es satt“ in Berlin statt – gegen TTIP und CETA, gegen Gentechnik und Megaställe und für eine ökologischere und bäuerliche Landwirtschaft, Beginn 12 Uhr am Brandenburger Tor. Nach dem für Unruhe sorgenden Interview mit Brandenburgs Agrarminister Vogelsänger in der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 31.12. 2014 sollten wir alle hingehen! Herr Vogelsänger war im Oktober 2014 noch Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg und hatte damals auch unseren „Offenen Brief“ bekommen; der Brief ist übrigens bis heute unbeantwortet geblieben.